Sehnsucht nach Normalität (Stadtjournal 06/20)

Sehnsucht nach Normalität

Normale Arbeit, normales Reisen, normale Restaurantbesuche, normales Einkaufen, normaler Umgang…In vielen Gesprächen höre ich immer wieder: „Hoffentlich ist bald Alles wieder normal!“ Wird es eine Normalität wie vor Corona aber jemals wieder geben und ist diese überhaupt erstrebenswert?

Das Virus hat eine Menge „Baustellen“ hinterlassen. Niemand vermag heute abschätzen, wie lange es dauern wird sämtliche „Schlaglöcher“ zu schließen.

Es gibt aber eine Baustelle bei der wir selber Architekt, Bauherr und Maurer sein müssen. Diese heißt: „Umgang miteinander“. Ein bisschen mehr Geduld bei der eigenen Urteilsfindung und viel mehr Nachsicht für das Empfinden des Anderen wären angebracht. Meinungsfreiheit ist keine Einbahnstraße. Es geht nicht darum, sich das Selbstgesagte möglichst kommentarlos bestätigen zu lassen, sondern um den gleichberechtigten Austausch von rationalen Argumenten. Ohne Aggressivität und verbale Gewalt. Es hilft niemandem eine Zuweisung in schwarz und weiß, gut und böse oder richtig und falsch, sondern das AUCH und ABER sind die Nährstoffe einer lebhaften Diskussion. Gerne auch beim Bier in unseren wieder offenen Gaststätten…

Für unsere Entscheidungen gibt es zwei maßgebende Antriebe, Angst oder Liebe. Welches der bessere ist, überlasse ich Ihrer Fantasie.

Seien Sie herzlich gegrüßt und bleiben Sie bitte alle gesund.

Falls es im Juni wieder einen Bürgerstammtisch gibt, findet er am 10. Juni 2020 im „Häus’l am Berge“ statt.

Ihr Stadtrat Heiko Neumann

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